Professor Dr. Mahmoud Zakzouk

Prof. Dr. Mahmoud Zakzouk antwortet:

Warum hat der Prophet Muhammed mehrere Frauen geheiratet?

1. Der Prophet Muhammad hat Khadija zu seiner Frau genommen, als er 25 Jahre alt war. Sie war ungefähr vierzig und hatte vor ihm zweimal geheiratet. Khadija blieb seine einzige Frau bis zu ihrem Tode. Muhammad lebte mit ihr ungefähr 28 Jahre lang und blieb ihrem Andenken sein ganzes Leben treu. Das war ein Grund für einige seiner späteren Frauen, eifersüchtig zu sein.

2. Das Leben des Propheten, was man über ihn während, vor und nach den Offenbarungen erzählte, weist den Vorwurf zurück, er sei ein sinnlich gieriger Mann gewesen. Während seiner Jugend hatte er viele Chancen gehabt, wie alle seine Freunde, seine Triebe zu befriedigen, er blieb jedoch keusch. Aischa war unter seinen Frauen die einzige, die Jungfrau war, als er sie heiratete. Die Mehrheit seiner Ehefrauen waren Witwen, die er aus edlen, menschlichen und rechtlichen Gründen heiratete, aber niemals aus Begierde oder zur Befriedigung seiner Sexualität.

3. Als er die Fünzig überschritt, heiratete er Sawda Bint Zamaa, die Witwe eines seiner Genossen. Es war nicht bekannt, dass sie hübsch oder reich war, oder dass sie aus einer vornehmen Familie stammte. Der Prophet heiratete sie, um die Familie seines Gefährten zu unterstützen, der wegen seines Glaubens gefoltert und getötet worden war. Seine späteren Heiraten mit Aischa und Hafsa stärkten die engen Beziehungen zwischen ihm und seinen Freunden Abu Bakr und Omar.

4. Umm Salma war eine alte Frau, deren Mann während des Kampfes bei Uhud starb. Als der Prophet sie heiraten wollte, lehnte sie zuerst seinen Heiratsantrag ab, weil sie eine alte Frau war. Er heiratete sie aber aus humanitären Gründen.

Ramla Bint Abi Sufyan wanderte mit ihrem Mann nach Abessinien aus. Ihr Mann trat zum Christentum über, verließ sie und überließ sie der Armut. Der Prophet bat El-Nagashi (den Fürsten von Abessinien), sie zurückzuschicken, um sie vor der Verlassenheit zu retten. Sie konnte auch nicht zu ihren heidnischen Eltern in Mekka zurückkehren, weil sie wegen der neuen Religion nach Äthiopien mit ihrem Mann ausgewandert war. Muhammad hatte auch gehofft, wenn er sie heiratete, würde ihr Vater, der viel Einfluß in Mekka besaß, zum Islam übertreten.

Gowayria Bint El Harith gehörte zu den Kriegsgefangenen in der Schlacht Bani El Mostalek. Ihr Vater war der Fürst eines Stammes. Der Prophet hat sie geheiratet, um sie von der Gefangenschaft zu befreien. Er verlangte dann von den Muslimen, ihre Gefangenen freizulassen. Diese Heirat förderte die Beziehungen des Propheten zu seinen früheren Feinden.

Safiya, die Jüdin, Tochter des Fürsten des Stammes der Bani Koraisa, hat den Propheten ohne Zwang geheiratet. Er hat ihr die Wahl gegeben, entweder zu ihren Eltern zurückzukehren oder ihn zu heiraten. Sie zog es vor, bei ihm zu bleiben.

5. Der Prophet heiratete Zeinab Bint Gahsch, seine Cousine, um eine religiöse Bestimmung festzulegen. Zeinab war mit seinem Adoptivsohn Zaid Ibn-Haritha kurze Zeit verheiratet gewesen. Nach der Scheidung war Muhammad von Gott beauftragt worden, die alte arabische Tradition abzuschaffen, wonach ein Vater die Frau seines Adoptivsohns nicht heiraten durfte. Deshalb heiratete er Zeinab, um dieses überflüssige Verbot aufzuheben. Der Koran sagt in diesem Zusammenhang:

“Als dann Zaid sein Geschäft mit ihr erledigt hatte (d.h.sich von ihr geschieden hatte), gaben wir sie dir zur Gattin, damit die Gläubigen sich (künftig) wegen (der Ehelichung) der Gattinnen ihrer Nennsöhne, wenn diese ihr Geschäft mit ihnen erledigt haben, nicht bedrückt fühlen sollten. Was Gott anordnet, wird (unweigerlich) ausgeführt.”
(33:37).

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Warum verbietet der Islam einer Frau, mehr als einen Mann zu ehelichen?

Viele Nichtmuslime denken, es wäre ungerecht, dass Frauen in der Anzahl der Ehepartner nicht die gleichen Rechte haben wie die Männer. Es ist in der Tat so, dass die Gründung einer islamischen Gesellschaft auf Gerechtigkeit und Gleichheit beruht. Gott hat Männer und Frauen gleich erschaffen, aber mit unterschiedlichen physiologischen und psychologischen Zuständigkeiten erschaffen. Männer und Frauen sind körperlich und psychisch unterschiedlich. Auch ihre Aufgaben und Verantwortungsbereiche sind verschieden. Männer und Frauen sind im Islam gleich, aber nicht identisch.

Was spricht also gegen die Ehelichung von mehreren Männern durch eine Frau?
Im Falle einer Frau, die mehr als einen Mann heiratet, kann nur die Mutter, der aus solchen Ehen geborenen Kinder, identifiziert werden und nicht der Vater. (Es sei denn, man hat so viel Geld und will sich die Mühe machen, für jedes Kind einen Vaterschaftstest anzufordern.) Der Islam legt eine große Bedeutung auf die Identifizierung der Eltern eines Kindes. Oft erleben Kinder, die ihre Eltern nicht kennen oder einen Elternteil davon nicht kennen, schwere Traumata. Sie haben nicht selten eine unglückliche Kindheit. Was will man dann angeben, wenn man nach dem Namen des Vaters gefragt wird auf einem Amt? Will man dann die Namen aller möglichen Väter angeben?

Der Mann ist gegenüber der Frau von Natur aus polygam erschaffen. Er hat eher die Veranlagung dazu. Frauen sind meistens daran nicht interessiert.

Männer können ihren Pflichten als Ehemann körperlich eher leisten, trotz mehrerer Frauen. Eine Frau mit mehreren Männern wird nicht in der Lage sein, dies durchzuführen. Eine Frau durchläuft verschiedene psychische und körperliche Verhaltensänderungen aufgrund von den Phasen der Menstruationszyklen.

Auch ist es wissenschaftlich nachgewiesen, das eine Frau, die mehrer Sexualpartner zur gleichen Zeit hat, eine hohe Chance hat auf den Erwerb von Geschlechtskrankheiten oder sexuell übertragbaren Krankheiten in Vergleich zu Männern. Diese Krankheiten können von der Frau auf ihre anderen Männer übertragen werden, selbst wenn alle zusammen jeweils keinen außerehelichen Sex haben.

Wahrscheinlich gibt es noch viel mehr Gründe, die Gott nur in seiner unendlichen Weisheit kennt.

Warum darf ein Muslim 4 Frauen heiraten? Warum ist Polygamie im Islam erlaubt?

Die Polygamie ist ein Ehesystem, wobei eine Person mehr als einen Ehepartner heiraten darf. Es gibt zwei Arten der Polygamie: Polygynie und Polyandrie. Polygynie bedeutet, wenn ein Mann mehr als eine Frau heiratet. Polyandrie bedeutet, wenn eine Frau mehr als einen Mann heiratet. Die Polygynie ist im Islam erlaubt, begrenzt sich aber auf 4 Frauen. Polyandrie ist im Islam komplett verboten.

Warum darf nun der Mann mehr als eine Frau heiraten, obwohl auch der Quran rät: „…dann heirate nur eine..“? Der Quran als einzige heilige Schrift hat die Aussage: „nur eine“. Es gibt kein weiteres religiöses Buch, was eine Beschränkung zur Anzahl der Ehefrauen gibt. Nach anderen Schriften kann der Mann so viele Frauen haben, wie er möchte. Später erst beschränkte die Kirche bei den Christen die Zahl der erlaubten Ehefrauen auf eine. In Indien, zum Beispiel, haben die Hindus teilweise sogar mehr Ehefrauen als die Muslime. Auch dort wurde es den Hindus erst in den 50er Jahren verboten, mehr als eine Ehefrau zu haben.
Bevor der Quran offenbart wurde, gab es keine Grenze für die Polygynie und viele Männer hatten dutzende Frauen, manche sogar hunderte. Mit dem Islam kam die Obergrenze von 4 Frauen. Die Bedingung dafür ist aber, dass der Mann die Frauen gerecht behandelt. „Und ihr werdet die Frauen (die ihr zu gleicher Zeit als Ehefrauen habt) nicht (wirklich) gerecht behandeln können, ihr mögt noch so sehr darauf aus sein.“ [Al-Qur’an 4: 129]
Hier ist daher die Polygynie nicht die Regel, sondern eine Ausnahme.
Viele Nichtmuslime glauben, dass es eine Verpflichtung für einen Muslim ist, mehr als eine Frau zu haben.
Das ist eine Misskonzeption. Es kann daher nicht gesagt werden, das ein Mann, der 2, 3 oder 4 Frauen hat, besser ist, als einer, der nur eine Frau hat.

Gründe für die Heirat von mehreren Frauen:

Im Allgemeinen ist die Lebenserwartung einer Frau größer als die der Männer. Ein weibliches Baby hat ein besseres Immunsystem als ein männliches. Aus diesem Grund sterben im Kindesalter mehr Jungen als Mädchen. Auch während der Zeit von Kriegen gibt es mehr Männer als Frauen, die getötet werden. Meistens. Es sterben mehr Männer durch Erkrankungen und Unfälle, als Frauen. Zu bestimmten Zeiten findet man mehr Witwen als Witwer auf der Welt. In vielen Teilen der Erde ist die weibliche Bevölkerung größer als die männliche Bevölkerung. So können nicht alle Frauen einen Ehemann finden und auch muss man bedenken, dass große Teile homosexuell sind und kein Interesse an einer Frau haben. In Deutschland gibt es, zum Beispiel, 5 Millionen mehr Frauen als Männer.

Die Beschränkung, dass ein Mann nur eine Frau haben darf, ist in weiten Teilen der Erde nicht praktikabel. Auch, wenn jeder Mann eine Frau heiraten würde, gäbe es immer noch mehrere Millionen Frauen, die nicht in der Lage wären, einen Ehemann zu bekommen. Für diese Frauen gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder sie heiratet einen Mann, der schon eine Frau hat oder sie wird öffentliches Eigentum. In der westlichen Welt muckiert man sich so über die Mehrehe, obwohl es auch hier Gang und Gebe ist, Affären und Mätressen zu haben. In diesem Falle lebt eine Ehefrau eines solchen Mannes in Schande und hat kein geschütztes Leben. Es gibt auch einige andere Gründe, die eine beschränkte Mehrehe zulassen, aber der wichtigste ist, die Bescheidenheit der Frauen zu schützen.