Gibt es Widersprüche in der Sunnah?

Dr. Mahmoud Zakzouk antwortet:

Die Authentizität der Sunna wird vor allem mit der Behauptung angegriffen, dass sie Widersprüche enthalte. Daher will ich auf diese Frage näher eingehen.

  1. Der Koran fordert die Muslime auf, sich der Führung des Propheten zu unterwerfen. Dazu heißt es im Koran:

         “Was der Gesandte euch nun (aus diesem seinem Verfügungsfonds) gibt, das nehmt an! Aber verzichtet auf das, was, was er euch verwehrt!”

         (59:7).

         “Wenn einer dem Gesandten gehorcht, gehorcht er (damit) Gott”

         (4:80).

         Die Propheten-Überlieferungen umfassen, was nach der Lehre des Propheten uns erlaubt oder verboten ist. Aus diesem Grunde sind sie ein wichtiger Teil des Glaubens des Islam, und wenn wir sie vernachlässigen, handeln wir gegen das Gebot des Korans.

  1. Die Unterscheidung zwischen den echten und unechten Überlieferungen stellt kein Problem dar, nachdem die islamischen Gelehrten vor vielen Jahrhunderten diese Angelegenheit geregelt hatten. Man kann nicht auf die Propheten-Überlieferungen verzichten, da sie die zweite Hauptquelle des Islam bilden. Wir müssen den Lehren der Hadithe folgen und uns darüber klar sein, dass wir dank der islamischen Forschung die echten Hadithe von den widersprüchlichen Hadithen unterscheiden können.
  1. Die Überlieferungen des Propheten verdeutlichen, was im Koran verkündet werden sollte. Wieso sollte man die Interpretation der Verse des Korans durch den Propheten selber aufgrund von eingebildeten Ideen aufgeben? Wir Muslime vollziehen z.B. unsere täglichen Gebete nach dem, was uns die Überlieferungen vorgeschrieben haben. Die Einzelheiten, wie man zu beten hat, sind nicht im Koran erwähnt. Vieles andere wird uns durch die Überlieferungen vorgeschrieben.
  1. Die heiligen Bücher der Offenbarungsreligionen vor dem Islam sind in derselben Art und Weise wie die Propheten-Überlieferungen geschrieben worden. Keiner der Anhänger dieser früheren Religionen (Judentum und Christentum) hat verlangt, diese Religion aufzugeben, da einige Widersprüche existieren oder einige Erzählungen nicht verifiziert werden können. Die Logik verlangt in solchen Fällen, die Echtheit dieser Überlieferungen zu beweisen. Das haben die islamischen Gelehrten seit mehreren Jahrhunderten getan.

Kann die Authentizität der Sunnah angezweifelt werden?

Dr. Mahmoud Zakzouk antwortet:

Viele westliche Orientalisten bezweifeln die Authentizität der Propheten- Überlieferungen (Sunnah). Goldziher betrachtet sie als eine Erfindung der Muslime in der frühislamischen Zeit.1

Wir argumentieren:

  1. Die Sunna ist die zweite Hauptquelle des Glaubens des Islam nach dem Koran. Der Prophet ist beauftragt worden, die göttliche Offenbarung zu verkünden. Gleichzeitig sollte er sie erklären. Die Sunna, also die Propheten-Überlieferungen, beinhaltet seine Interpretation des Korans, sein Verhalten, seine Taten und seine Ratschläge. Der Prophet selber hat darauf hingewiesen, der Sunna zu folgen, wie aus seiner berühmten Abschiedsrede hervorgeht: “Ich habe euch zwei Dinge hinterlassen, und wenn ihr euch nach ihnen richtet, werdet ihr nie irregeführt werden. Dies sind der Koran und meine Sunna”.
  1. Wir geben zu, dass eine Anzahl von diesen Überlieferungen irrtümlich dem Propheten zugeschrieben worden sind. Es ist eine Tatsache, die niemals geleugnet wurde und die den Gelehrten immer gegenwärtig war. Deswegen haben sie stets jede Überlieferung des Propheten (Hadith) auf ihre Echtheit hin überprüft. Der Koran hat als ein wichtiges Kriterium für jede Kritik folgendes festgelegt: 

“Ihr Gläubigen! Wenn ein Frevler mit einem Gerücht (w. mit einer Kunde) zu euch kommt, dann pass genau auf (ob die Sache auch stimmt), (….)’’

         (49:6).

         Die Persönlichkeit, der Charakter und das moralische Verhalten einer jeden Person, welche einen Hadith des Propheten überlieferte, wurde bei der Beurteilung der Authentizität des Hadith berücksichtigt. Diese Methode der Kritik wurde ebenfalls wichtig für die Entwicklung der historischen Forschung.

  1. Wegen der Bedeutung der Prophetenüberlieferung für den Islam haben die Gelehrten ihr Äußerstes getan, die Sunna rein zu halten und die echten Überlieferungen Stück für Stück von den unechten zu unterscheiden. Dadurch entstanden neue Wissenschaften, die sich mit der Sunna beschäftigten: die Wissenschaft der Zuschreibung der Hadithe, der Argumentation bezüglich der Authentizität und der Anpassung, die sich alle mit den Erzählern der Hadithe beschäftigten, mit ihrem Charakter usw. Der Prophet selber hat vor der Verfälschung seiner Überlieferung gewarnt. Er sagte: “Wer mir absichtlich falsche Überlieferungen zuschreibt, wird seinen Ort in der Hölle finden.”
  1. Einer der vielen Gelehrten, die sich um die Authentizität der Hadithe ihr ganzes Leben lang bemühten, war Imam El-Bukhari (810-870). Er hat über eine halbe Million Überlieferungstexte gesammelt, die dem Propheten zugeschrieben worden waren. Nach gründlichen und methodischen Untersuchungen übernahm er aber nur neuntausend Überlieferungen für seine Hadith-Sammlung(Sahih El-Bukhari). Dies war das Ergebnis einer präzisen wissenschaftlichen Forschung, welche strengen Bedingungen unterlag. Wenn wir die Überlieferungstexte, die fast denselben Inhalt wiedergeben, weglassen, dann bleiben im Sahih El-Bukhari ungefähr dreitausend Texte übrig. Viele andere Hadith-Gelehrte folgten seinen Methoden.
  1. Als Ergebnis dieser Hadith-Wissenschaft wurden schließlich von den Muslimen 6 Werke auf diesem Gebiet als Autoritäten anerkannt: Sahih Al Bukhari, Sahih Muslim, Sunan Al Nasa’i, Abu Dawud, Tirmidhi und Ibn Maga. Es gibt ferner viele islamische Veröffentlichungen, die auf die abgelehnten Überlieferungstexte Bezug nehmen. Es ist ganz evident, dass die muslimischen Gelehrten sehr sorgfältig und mit großer Hingabe die authentischen Sammlungen der Hadithe herstellten, so dass es unbegründet erscheint, wenn diese bezweifelt werden1

1 Dar ul-Ma‘ arif: Orientalismus und der gedankliche Hintergrund des Kulturkonfliktes, 1997, S. 106 ff.

 

1 vgl. Iqbal, Mohammad: Erneuerung des religiösen Denkens im Islam, S.160 ff.

 

Hat Muhammad den Islam ausschließlich den Arabern verkündet?

Dr. Mahmoud Zakzouk antwortet:

  1. Ganz am Anfang als der Prophet Muhammad seine Botschaft dem Volk verkündete, sagte er: “Zu Euch bin ich speziell gesandt worden und zugleich zur Menschheit insgesamt.” Das bedeutet, dass diese göttliche Botschaft von Anfang an allen Menschen gesandt wurde. Der Islam wurde niemals vom Propheten als eine spezifisch arabische Religion gepredigt, sondern ist eher eine Religion, die für die ganze Menschheit gedacht ist. Dies wird auch in einem Hadith (d.h. prophetische Überlieferung) bestätigt: “Jeder Prophet wurde zu seinem Volk gesandt, und ich bin zu der ganzen Menschheit gesandt worden.”2
  1. Jeder, der den Koran liest, kann ganz klar verstehen, dass der Koran an alle Menschen gerichtet ist, damit sie an die Religion Gottes glauben. Dieser spezifische Charakter des Islam erscheint eindeutig klar in den Koranversen,   die in Mekka, vor der Auswanderung des Propheten nach Medina, offenbart wurden:

         “Und wir haben dich gesandt, um den Menschen in aller Welt Barmherzigkeit zu erweisen.”

         (12:107)

         Die erste Sure am Anfang des Korans ist “Die Eröffnerin”, “Al-Fatiha”. Sie beginnt mit den Worten:

         “Lob sei Gott, dem Herrn der Menschen in aller Welt,”

         (1:2).

         Diese Sure ist in Mekka vor der Auswanderung nach Medina offenbart worden, bevor die Muslime einen Staat in Medina gründeten.

3.       Aus den vorangehenden Erörterungen wird deutlich, dass der Prophet keine Veränderungen in seinen Plänen unternahm, sondern die religiösen Pflichten und die islamischen Vorschriften stufenweise gepredigt hat. Das ist logisch und natürlich, denn es ist unmöglich, die Lebensgewohnheiten der Menschen von heute auf morgen zu ändern. Alte Gewohnheiten sind schwer abzuschaffen. Der Islam hat von Anfang an sich darum bemüht, den Glauben in die Seele und in den Geist der Menschen zu pflanzen, um daraufhin stufenweise die Lebensgewohnheiten der Menschen ändern zu können. Der Islam hat diese Methode in vielen Gesetzgebungen verwendet, wie z.B bei dem allmählichen Verbot des Alkohols, dem Verbot der Wucherzinsen und der Abschaffung der Sklaverei usw. In der Periode in Mekka wurde der Glaube fest eingeprägt, und dementsprechend galt diese Zeit als die Grundlage, welche es möglich machte, in der Periode in Medina weitere religiöse Gesetze und Bestimmungen aufzustellen.

2  von Al-Buchari in unterschiedlichen Kapiteln überliefert, z.B. dem Kapitel für Tayyamum (Symbolische Reinigung).

 

Gibt es Zweifel an der Authentizität des Qurans?

Dr. Mahmoud Zakzouk antwortet:

  1. Es gab bekannte Schreiber unter den Gefährten des Propheten, die er selber ausgewählt hatte, um die Koranverse, die er ihnen nach der göttlichen Offenbarung diktierte, schriftlich festzuhalten. Als Schreibmaterial benutzten sie was vorhanden war, wie z.B. Pergament, Holz, Lederstücke, Steine oder Knochen. Laut islamischen Quellen betrug die Zahl der Offenbarungsschreiber neunundzwanzig. Die bedeutendsten darunter sind die vier Kalifen: Abu Bakr, Omar, Osman und Ali. Moawya,

 

 Subeir Ibn El Swam, Saied Ibn El Aas, Amr Ibn El Aas, Obay Ibn Kaab und Zeid Ibn Thabet gehören zu den berühmten Koranschreibern.

 

  1. Neben der Aufschreibung der göttlichen Offenbarung gab es auch zugleich das Auswendiglernen und das Rezitieren des Korans. Diese Tradition blieb bis zu unserer heutigen Zeit lebendig. Die Zahl der “Rezitatoren”, die zu Lebzeiten des Propheten den Koran auswendig lernten und mündlich vortrugen, betrug mehrere hunderte von seinen Gefährten. Der Prophet erzählte, dass er jedes Jahr während des Monats Ramadan in Anwesenheit des Engels Gabriel eine Revision der bisher offenbarten Koranverse vorgenommen hatte. Im letzten Ramadan vor seinem Tode hat der Engel Gabriel mit ihm den ganzen Koran zweimal wiederholt. Die Schreiber haben nach den Instruktionen des Propheten den Koran in seiner endgültigen Fassung geschrieben und jeden Vers an seiner Stelle im Koran plaziert.

 

  1. Ein Jahr nach dem Tode des Propheten wurden siebzig der Koran-rezitatoren in der El Yamama Schlacht gegen Mossailama, den Lügner getötet. Gleich darauf beauftragte der Kalif Abu Bakr aufgrund des Vorschlags von Omar ibn El Khattab, Zeid Ibn Thabet, einen der Koranschreiber, die verschiedenen Korandokumente zu sammeln und sie in einer schriftlich fixierten Fassung, die leicht benutzbar ist, auf-zuschreiben. Kriterien für die Authentizität des gesammelten Textes wurden festgelegt: Kein Manuskript wurde zugelassen, wenn nicht zwei Zeugen aussagten, dass dieser Text vom Propheten diktiert wurde. Selbstverständlich spielten die Gefährten des Propheten, die den Koran auswendig gelernt hatten, hierbei eine entscheidende Rolle. Nachdem Zeid seine Aufgabe erfüllt hatte, gab er Abu Bakr diese vollständige Fassung des Korans, welcher sie Ibn El Khattab vor seinem Tode übergab. Dieser übergab sie seinerseits vor seinem Tode seiner Tochter Hafsa.

 

  1. Unter der Herrschaft des Kalifen Osman wurde ein Ausschuß von vier Schreibern gebildet, darunter war auch Zeid Ibn Thabet. Dieser Aus-schuß schrieb fünf Kopien des Korans, die dann nach Mekka, Medina, Basra, Dufa und Damaskus gesandt wurden. Diese Exemplare wurden nach der Fassung, die bei Hafsa, der Mutter der Gläubigen, aufgeoben war, niedergeschrieben. Der Ausschuß hat diese Exemplare mit den auswendig gelernten Koranversen der Rezitatoren aus der Lebzeit des Propheten Muhammad verglichen. Dies ist der Mushaf, der seitdem in der gesamten islamischen Welt als einheitliche Koranfassung bis heute als mustergültig und unverändert gilt. Kein einziger Muslim hat jemals in vierzehn Jahrhunderten die Gültigkeit dieser überall verbreiteten Koranausgabe bestritten. Viele Orientalisten, darunter Leblois, Muir und der zeitgenössische Orientalist Rudi Paret, haben diese Tatsache bestätigt. Paret schreibt in der Einleitung seiner Koranübersetzung: “Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass auch nur ein einziger Vers im ganzen Koran nicht von Muhammad selber stammt.” Er will damit sagen, dass man nicht behaupten kann, dass irgendjemand nach dem Tode des Propheten Muhammad in dem Korantext irgendein Wort geändert habe 1. Es wurde niemals bewiesen, dass es andere Fassungen gab, die mit der authentischen Fassung, die während Osman’s Herrschaft schriftlich fixiert wurde, nicht vollkommen identisch sind. Hätten die Gefährten des Propheten andere Fassungen gehabt, dann hätten sie sie vorgezeigt und die zugelassene, genehmigte Ausfertigung bestritten. Dies ist jedoch während der ganzen islamischen Geschichte niemals behauptet worden. Sogar abgesonderte islamische Sekten wie z.B. die zeitgenössische El-Ahmadeya akzeptieren denselben Korantext wie alle anderen Muslime.

1 Vgl. Paret, Rudi: Der Koran. Übersetzung, Stuttgart 1980, S.5. Ebenfalls : Draz, M.A.: Einführung in den Heiligen Koran, S.34 ff.

Wurde der Koran fabriziert nach den Vorlagen der vorhergehenden Offenbarungsbücher?

Dr. Mahmoud Zakzouk antwortet:

1.     Wenn es wirklich stimmen würde, dass der Inhalt des Korans einfach nur von den früheren Offenbarungsschriften übernommen wurde, dann hätten die Zeitgenossen des Propheten Muhammad und seine Gegner darauf hingewiesen. Sie hätten ihm deswegen Vorwürfe gemacht. Alle Angriffe der Gegner Muhammads waren unbegründet und ermangelten der Beweise. Der Koran selber hat diese falschen Aussagen (wie bereits erwähnt) widerlegt.

2.     Der Koran beinhaltet viele Richtlinien und Gesetzgebungen, die in keinem anderen Offenbarungsbuch vorkommen. Der Koran berichtet darüber hinaus über Ereignisse in der Geschichte alter Völker und Prophezeiungen, die erfüllt wurden, wie z.B. die Prophezeiung über den Ausgang des Kampfes zwischen den Persern und den Römern. Weder der Prophet Muhammad noch seine Gefährten oder die Anhänger der früheren Religionen hatten eine Ahnung von diesen Geschehnissen.

3.     Der Koran fordert auf zur Wissenschaft, zur Betätigung der Vernunft und zu einer rationalen Denkweise. Aufgrund dieser neuen Lehre konnten die Muslime in kurzer Zeit eine Kultur entwickeln, die an die Stelle alter Kulturen trat und mehrere Jahrhunderte in voller Blüte stand. Wenn der Koran tatsächlich nur von den Büchern der alten Religionen abgeschrieben worden wäre, müsste man sich fragen, warum diese Religionen nicht dieselben Richtlinien und Glaubensbekenntnisse des Islam beinhalten und warum sie nicht dieselbe Rolle, die der Islam gespielt hat, innehaben.

4.    Der Koran wird durch die Harmonie zwischen seinem Inhalt und seinem Stil gekennzeichnet. Wäre er aus anderen Büchern genommen, so wäre er widersprüchlich konstruiert und ohne klare Bedeutung, da er sich dann auf mehrere Quellen stützen würde. Dazu kommt die Tatsache, dass der Koran immer die Vernunft des Menschen anspricht. Er enthält keine Legenden oder Märchen, stützt sich auf Beweise und Erklärungen und verlangt dasselbe von seinen Gegnern:

    “Bringt doch euren Beweis vor”
    (2: 11 und 27:64)

Dieses Verfahren ist eine neue Methode, die keiner anderen Religion entnommen worden ist.

5.     In Bezug auf die heidnische Kultur der vorislamischen Zeit, die der Islam übernommen haben soll, ist es klar, dass der Islam nicht nur die falschen heidnischen Glaubensgrundsätze, sondern auch die verkehrten heidnischen Gebräuche abgelehnt hat. An ihre Stelle setzte der Islam einen aufrichtigen Glauben und ein tugendreiches Leben.

Hunde im Haus?

Dürfen Hunde im Haus gehalten werden?

Übersetzung einer Fatwa von Sheikh Muhammed Salih Al-Munajjid:

Bismillahi-r-rahmani-r-rahim. Alles Lob gebührt Allah.

Nach der islamischen Schari’a, ist es nicht erlaubt, einen Hund, außer in eng definierten Grenzen zu halten, wie der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) erklärte: „Wer einen Hund hält, dessen gute Taten werden sich jeden Tag verringern mit der Maßeinheit von einem Qiraat, es sei denn, es ist ein Hund für die Landwirtschaft oder ein Hütehund. „ Nach einem anderen Bericht: „…. es sei denn, es ist ein Hund, um Schafe zu hüten, für die Landwirtschaft oder zur Jagd“ (Berichtet von al-Bukhari, al-Fath, 2322)

Hunde sind extrem nâjis (unrein). Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wenn ein Hund aus einem Behälter getrunken hat, wasche ihn siebenmal ab, bevor du ihn für dich selber benutzt.“ (berichtet von Muslim, Nr. 279). Nach einem anderen Bericht: „und reinige es acht Male mit Erde….“ (Sahih Muslim, Nr. 280).

Es ist im Islam verboten, einen Hund zu verkaufen und Geld dafür zu empfangen, wie in Sahih al-Bukhari von Abu al-Ansari Mas’oud berichet wird: Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) verbot den Verkauf eines Hundes. (al-Fath, Nr. 2237)

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte uns, wir sollen nicht beten wie die Hunde, indem wir unsere Unterarme auf den Boden legen während des Sujuds (Niederwerfung), wie es in in dem Hadith von Anas Ibn Malik berichtet wird, wonach der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Macht den Sujud richtig; keiner von euch soll seine Unterarme auf den Boden legen, wie ein Hund das tut.“ (al-Buchari, Fath, Nr. 822).

Wer einen Hund in seinem Haus hält, dem wird der Segen der Gegenwart der Engel in seinem Haus verweigert, da der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die Engel betreten kein Haus, in dem es einen Hund gibt.“ (Berichtet von al-Bukhari, 3225).

Hundehaltung ist heute die Gewohnheit der Nichtmuslime, die sich Hunde als Freunde nehmen, sie küssen, sich und ihre Kleidung belecken kassen, mit ihnen schlafen und ihnen sogar Geld vererben. Das Halten eines Hundes ist eine Nachahmung der Nichtmuslime. Einige Muslime behaupten, dass sie einen Hund zu Hause zum Zwecke des Schutzes halten müssen, woraud wir sagen, dass es heutzutage Einbruchmeldeanlagen und anderen Maßnahmen gibt, die man zu Sicherheitszwecken benutzen kann und es gibt keine Notwendigkeit mehr, einen Hund zu halten, alhamdolillah.

Es bleibt nur zu sagen, dass die Tatsache, dass es verboten ist, einen Hund zu halten nicht bedeutet, dass wir nicht freundlich zu ihnen sein dürfen oder kein Mitgefühl mit Hunden zu haben, wenn wir sie in einem erbärmlichen Zustand sehen. Das sind zwei völlig getrennte Dinge. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte uns: „ein Mann sah einen Hund Staub fressen, weil er Durst hatte, so nahm er seinen Schuh und fing an, Wasser mit ihm zu schöpfen, bis der Durst des Hundes gestillt war. Allah schätzte seine gute Tat und gewährte ihm das Paradies für sie. „ (Berichtet von al-Bukhari, Nr. 174).

Nach einem anderen Bericht sagte der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm): „Ein Mann war sehr durstig, so dass er runter zu einem Brunnen ging, um daraus zu trinken. Als er wieder rauf kam, sah er einen Hund keuchend und in den Sand beißen vor Durst. Der Mann sagte: „Er leidet das gleiche wie ich gelitten habe,“ dann füllte er seinen Schuh (mit Wasser), kam herauf und ließ den Hund trinken, bis sein Durst gestillt war. Allah schätzte seine gute Tat und vergab ihm. “ Die Leute fragten: „O Gesandter Allahs, werden wir für das gute Behandeln von Tieren belohnt?“ Er sagte: „Für jedes Lebewesen gibt es eine Belohnung.“ (Berichtet von al-Bukhari, Fath, Nr. 2363).

Wir wollen nicht vergessen, daran zu erinnern, wie wichtig das richtige Lesen des Qur’ans ist.

Und Allah weiß es am besten.

Professor Dr. Mahmoud Zakzouk

Prof. Dr. Mahmoud Zakzouk antwortet:

Warum hat der Prophet Muhammed mehrere Frauen geheiratet?

1. Der Prophet Muhammad hat Khadija zu seiner Frau genommen, als er 25 Jahre alt war. Sie war ungefähr vierzig und hatte vor ihm zweimal geheiratet. Khadija blieb seine einzige Frau bis zu ihrem Tode. Muhammad lebte mit ihr ungefähr 28 Jahre lang und blieb ihrem Andenken sein ganzes Leben treu. Das war ein Grund für einige seiner späteren Frauen, eifersüchtig zu sein.

2. Das Leben des Propheten, was man über ihn während, vor und nach den Offenbarungen erzählte, weist den Vorwurf zurück, er sei ein sinnlich gieriger Mann gewesen. Während seiner Jugend hatte er viele Chancen gehabt, wie alle seine Freunde, seine Triebe zu befriedigen, er blieb jedoch keusch. Aischa war unter seinen Frauen die einzige, die Jungfrau war, als er sie heiratete. Die Mehrheit seiner Ehefrauen waren Witwen, die er aus edlen, menschlichen und rechtlichen Gründen heiratete, aber niemals aus Begierde oder zur Befriedigung seiner Sexualität.

3. Als er die Fünzig überschritt, heiratete er Sawda Bint Zamaa, die Witwe eines seiner Genossen. Es war nicht bekannt, dass sie hübsch oder reich war, oder dass sie aus einer vornehmen Familie stammte. Der Prophet heiratete sie, um die Familie seines Gefährten zu unterstützen, der wegen seines Glaubens gefoltert und getötet worden war. Seine späteren Heiraten mit Aischa und Hafsa stärkten die engen Beziehungen zwischen ihm und seinen Freunden Abu Bakr und Omar.

4. Umm Salma war eine alte Frau, deren Mann während des Kampfes bei Uhud starb. Als der Prophet sie heiraten wollte, lehnte sie zuerst seinen Heiratsantrag ab, weil sie eine alte Frau war. Er heiratete sie aber aus humanitären Gründen.

Ramla Bint Abi Sufyan wanderte mit ihrem Mann nach Abessinien aus. Ihr Mann trat zum Christentum über, verließ sie und überließ sie der Armut. Der Prophet bat El-Nagashi (den Fürsten von Abessinien), sie zurückzuschicken, um sie vor der Verlassenheit zu retten. Sie konnte auch nicht zu ihren heidnischen Eltern in Mekka zurückkehren, weil sie wegen der neuen Religion nach Äthiopien mit ihrem Mann ausgewandert war. Muhammad hatte auch gehofft, wenn er sie heiratete, würde ihr Vater, der viel Einfluß in Mekka besaß, zum Islam übertreten.

Gowayria Bint El Harith gehörte zu den Kriegsgefangenen in der Schlacht Bani El Mostalek. Ihr Vater war der Fürst eines Stammes. Der Prophet hat sie geheiratet, um sie von der Gefangenschaft zu befreien. Er verlangte dann von den Muslimen, ihre Gefangenen freizulassen. Diese Heirat förderte die Beziehungen des Propheten zu seinen früheren Feinden.

Safiya, die Jüdin, Tochter des Fürsten des Stammes der Bani Koraisa, hat den Propheten ohne Zwang geheiratet. Er hat ihr die Wahl gegeben, entweder zu ihren Eltern zurückzukehren oder ihn zu heiraten. Sie zog es vor, bei ihm zu bleiben.

5. Der Prophet heiratete Zeinab Bint Gahsch, seine Cousine, um eine religiöse Bestimmung festzulegen. Zeinab war mit seinem Adoptivsohn Zaid Ibn-Haritha kurze Zeit verheiratet gewesen. Nach der Scheidung war Muhammad von Gott beauftragt worden, die alte arabische Tradition abzuschaffen, wonach ein Vater die Frau seines Adoptivsohns nicht heiraten durfte. Deshalb heiratete er Zeinab, um dieses überflüssige Verbot aufzuheben. Der Koran sagt in diesem Zusammenhang:

“Als dann Zaid sein Geschäft mit ihr erledigt hatte (d.h.sich von ihr geschieden hatte), gaben wir sie dir zur Gattin, damit die Gläubigen sich (künftig) wegen (der Ehelichung) der Gattinnen ihrer Nennsöhne, wenn diese ihr Geschäft mit ihnen erledigt haben, nicht bedrückt fühlen sollten. Was Gott anordnet, wird (unweigerlich) ausgeführt.”
(33:37).