der Vornehmste

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Gibt es Zweifel an der Authentizität des Qurans?

Dr. Mahmoud Zakzouk antwortet:

  1. Es gab bekannte Schreiber unter den Gefährten des Propheten, die er selber ausgewählt hatte, um die Koranverse, die er ihnen nach der göttlichen Offenbarung diktierte, schriftlich festzuhalten. Als Schreibmaterial benutzten sie was vorhanden war, wie z.B. Pergament, Holz, Lederstücke, Steine oder Knochen. Laut islamischen Quellen betrug die Zahl der Offenbarungsschreiber neunundzwanzig. Die bedeutendsten darunter sind die vier Kalifen: Abu Bakr, Omar, Osman und Ali. Moawya,

 

 Subeir Ibn El Swam, Saied Ibn El Aas, Amr Ibn El Aas, Obay Ibn Kaab und Zeid Ibn Thabet gehören zu den berühmten Koranschreibern.

 

  1. Neben der Aufschreibung der göttlichen Offenbarung gab es auch zugleich das Auswendiglernen und das Rezitieren des Korans. Diese Tradition blieb bis zu unserer heutigen Zeit lebendig. Die Zahl der “Rezitatoren”, die zu Lebzeiten des Propheten den Koran auswendig lernten und mündlich vortrugen, betrug mehrere hunderte von seinen Gefährten. Der Prophet erzählte, dass er jedes Jahr während des Monats Ramadan in Anwesenheit des Engels Gabriel eine Revision der bisher offenbarten Koranverse vorgenommen hatte. Im letzten Ramadan vor seinem Tode hat der Engel Gabriel mit ihm den ganzen Koran zweimal wiederholt. Die Schreiber haben nach den Instruktionen des Propheten den Koran in seiner endgültigen Fassung geschrieben und jeden Vers an seiner Stelle im Koran plaziert.

 

  1. Ein Jahr nach dem Tode des Propheten wurden siebzig der Koran-rezitatoren in der El Yamama Schlacht gegen Mossailama, den Lügner getötet. Gleich darauf beauftragte der Kalif Abu Bakr aufgrund des Vorschlags von Omar ibn El Khattab, Zeid Ibn Thabet, einen der Koranschreiber, die verschiedenen Korandokumente zu sammeln und sie in einer schriftlich fixierten Fassung, die leicht benutzbar ist, auf-zuschreiben. Kriterien für die Authentizität des gesammelten Textes wurden festgelegt: Kein Manuskript wurde zugelassen, wenn nicht zwei Zeugen aussagten, dass dieser Text vom Propheten diktiert wurde. Selbstverständlich spielten die Gefährten des Propheten, die den Koran auswendig gelernt hatten, hierbei eine entscheidende Rolle. Nachdem Zeid seine Aufgabe erfüllt hatte, gab er Abu Bakr diese vollständige Fassung des Korans, welcher sie Ibn El Khattab vor seinem Tode übergab. Dieser übergab sie seinerseits vor seinem Tode seiner Tochter Hafsa.

 

  1. Unter der Herrschaft des Kalifen Osman wurde ein Ausschuß von vier Schreibern gebildet, darunter war auch Zeid Ibn Thabet. Dieser Aus-schuß schrieb fünf Kopien des Korans, die dann nach Mekka, Medina, Basra, Dufa und Damaskus gesandt wurden. Diese Exemplare wurden nach der Fassung, die bei Hafsa, der Mutter der Gläubigen, aufgeoben war, niedergeschrieben. Der Ausschuß hat diese Exemplare mit den auswendig gelernten Koranversen der Rezitatoren aus der Lebzeit des Propheten Muhammad verglichen. Dies ist der Mushaf, der seitdem in der gesamten islamischen Welt als einheitliche Koranfassung bis heute als mustergültig und unverändert gilt. Kein einziger Muslim hat jemals in vierzehn Jahrhunderten die Gültigkeit dieser überall verbreiteten Koranausgabe bestritten. Viele Orientalisten, darunter Leblois, Muir und der zeitgenössische Orientalist Rudi Paret, haben diese Tatsache bestätigt. Paret schreibt in der Einleitung seiner Koranübersetzung: “Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass auch nur ein einziger Vers im ganzen Koran nicht von Muhammad selber stammt.” Er will damit sagen, dass man nicht behaupten kann, dass irgendjemand nach dem Tode des Propheten Muhammad in dem Korantext irgendein Wort geändert habe 1. Es wurde niemals bewiesen, dass es andere Fassungen gab, die mit der authentischen Fassung, die während Osman’s Herrschaft schriftlich fixiert wurde, nicht vollkommen identisch sind. Hätten die Gefährten des Propheten andere Fassungen gehabt, dann hätten sie sie vorgezeigt und die zugelassene, genehmigte Ausfertigung bestritten. Dies ist jedoch während der ganzen islamischen Geschichte niemals behauptet worden. Sogar abgesonderte islamische Sekten wie z.B. die zeitgenössische El-Ahmadeya akzeptieren denselben Korantext wie alle anderen Muslime.

1 Vgl. Paret, Rudi: Der Koran. Übersetzung, Stuttgart 1980, S.5. Ebenfalls : Draz, M.A.: Einführung in den Heiligen Koran, S.34 ff.

Wurde der Koran fabriziert nach den Vorlagen der vorhergehenden Offenbarungsbücher?

Dr. Mahmoud Zakzouk antwortet:

1.     Wenn es wirklich stimmen würde, dass der Inhalt des Korans einfach nur von den früheren Offenbarungsschriften übernommen wurde, dann hätten die Zeitgenossen des Propheten Muhammad und seine Gegner darauf hingewiesen. Sie hätten ihm deswegen Vorwürfe gemacht. Alle Angriffe der Gegner Muhammads waren unbegründet und ermangelten der Beweise. Der Koran selber hat diese falschen Aussagen (wie bereits erwähnt) widerlegt.

2.     Der Koran beinhaltet viele Richtlinien und Gesetzgebungen, die in keinem anderen Offenbarungsbuch vorkommen. Der Koran berichtet darüber hinaus über Ereignisse in der Geschichte alter Völker und Prophezeiungen, die erfüllt wurden, wie z.B. die Prophezeiung über den Ausgang des Kampfes zwischen den Persern und den Römern. Weder der Prophet Muhammad noch seine Gefährten oder die Anhänger der früheren Religionen hatten eine Ahnung von diesen Geschehnissen.

3.     Der Koran fordert auf zur Wissenschaft, zur Betätigung der Vernunft und zu einer rationalen Denkweise. Aufgrund dieser neuen Lehre konnten die Muslime in kurzer Zeit eine Kultur entwickeln, die an die Stelle alter Kulturen trat und mehrere Jahrhunderte in voller Blüte stand. Wenn der Koran tatsächlich nur von den Büchern der alten Religionen abgeschrieben worden wäre, müsste man sich fragen, warum diese Religionen nicht dieselben Richtlinien und Glaubensbekenntnisse des Islam beinhalten und warum sie nicht dieselbe Rolle, die der Islam gespielt hat, innehaben.

4.    Der Koran wird durch die Harmonie zwischen seinem Inhalt und seinem Stil gekennzeichnet. Wäre er aus anderen Büchern genommen, so wäre er widersprüchlich konstruiert und ohne klare Bedeutung, da er sich dann auf mehrere Quellen stützen würde. Dazu kommt die Tatsache, dass der Koran immer die Vernunft des Menschen anspricht. Er enthält keine Legenden oder Märchen, stützt sich auf Beweise und Erklärungen und verlangt dasselbe von seinen Gegnern:

    “Bringt doch euren Beweis vor”
    (2: 11 und 27:64)

Dieses Verfahren ist eine neue Methode, die keiner anderen Religion entnommen worden ist.

5.     In Bezug auf die heidnische Kultur der vorislamischen Zeit, die der Islam übernommen haben soll, ist es klar, dass der Islam nicht nur die falschen heidnischen Glaubensgrundsätze, sondern auch die verkehrten heidnischen Gebräuche abgelehnt hat. An ihre Stelle setzte der Islam einen aufrichtigen Glauben und ein tugendreiches Leben.